Gedan­ken zum Stamm­haus der Rothen­büh­lers

In die­sem Bei­trag brin­ge ich ein paar Gedan­ken zum Schwei­zer Haus mit der Num­mer 105 im Gehöft Rothen­bühl. Die­ses Haus soll als Stamm­haus aller Rothen­büh­lers und Rothen­pie­lers (und Rothen­bil­lers) gel­ten. Zu die­ser mög­li­chen Gül­tig­keit muss man jedoch eine wich­ti­ge Ein­schrän­kung ver­laut­ba­ren, die in der Regel lei­der kaum erwähnt wird.

Das so genann­te Stamm­haus in Ober-Rothen­bühl trägt die Haus­num­mer 105. Es ist in Ober-Rothen­bühl von der Flä­che her auch das Haus mit der größ­ten Flä­che. Das Haupt­ge­bäu­de in sei­ner letz­ten Form wur­de 1875 neu erbaut. Davor stand ein älte­rer Bau, der aller­dings abge­ris­sen wur­de. Ein­zig das stei­ner­ne Fun­da­ment und dem Gebäu­de, wel­ches man gut von der Tier­be­stal­lung der dor­ti­gen Nutz­tie­re sehen kann, zeugt noch von die­sem vor­he­ri­gen Bau.

Das steinerne Fundament des vorherigen Baus
Das stei­ner­ne Fun­da­ment des vor­he­ri­gen Baus

Die aktu­el­len Bezie­her die­ser Hau­ses ist das Ehe­paar Wer­ner KRON und Sibil­la KRON-BREGRENZER. Die­ses Ehe­paar unter­hält guten Kon­takt zu Ernst ROTHENBÜHLER aus Big­len. Er fun­gier­te ver­schie­de­ne Male als loka­ler Rei­se­füh­rer, wenn ver­schie­de­ne Rothen­pie­ler-Nach­kom­men in die Schweiz kom­men und das Gehöft Rothen­bühl besich­ti­gen wol­len. (So z. b. auch im April 2018, als zwei Frau­en als Rothen­pie­ler-Nach­fah­ren, die dort waren. Aktu­ell sind mir daher 5 Per­so­nen bekannt, die bis­her Rothen­bühl besucht haben. Aber es könn­ten auch durch­aus mehr Per­so­nen gewe­sen sein, die schon Rothen­bühl besucht haben.)

Das Haus ist heu­te neben einer Wohn­funk­ti­on für die Haus­be­sit­zer auch die Funk­ti­on eines per­so­nen­be­treu­tes Wohn­heims für eini­ge geis­tig beein­träch­tig­te, jun­ge Kin­der. Daher wird das Haus auch umgangs­sprach­lich als Chin­der­hu­us Rote­büel (= Kin­der­haus Rothen­bühl) bezeich­net. Dane­ben wer­den auf eini­ge Hin­ter­wäl­der-Rin­der gezüch­tet und gehal­ten; sowie ein paar Esel, Hüh­ner und Hasen.

Die angebliche Stammhaus aller Rothenbühler
Die angeb­li­che Stamm­haus aller Rothen­büh­ler

Nun sagt man sowohl von witt­gen­stei­ni­scher Sei­te als auch von schwei­ze­ri­scher Sei­te nach, dass die­ses Haus das Stamm­baum aller Rothen­büh­lers und Rothen­pie­lers und Rothen­bil­lers sei. Zu die­ser Aus­sa­ge soll­te es jedoch eine Quel­le geben, die dies belegt. Ansons­ten ist es nur eine Fami­li­en­le­gen­de, die im Kern (wie jede Legen­de) ein Fünk­chen Wahr­heit hat, aber schon durch Dich­tung aus wei­te­ren Jahr­hun­der­ten beschmückt wur­de.

Es ist zwar rich­tig, dass alle Rothen­büh­lers aus der Schweiz und alle Rothen­pie­lers aus Witt­gen­stein (und alle Rothen­bil­lers aus Baden-Wür­tem­berg) ihren Ursprung u. a. zum Gehöfts Rothen­bühl fin­den, jedoch kann nicht genau gesagt wer­den, dass die frü­hes­ten Vor­fah­ren aus einem ganz bestimm­ten Haus stam­men; dem so genann­ten Stamm­haus der Rothen­büh­lers. Denn davor gibt es weder eine schrift­li­che Quel­le, noch einen Beleg oder etwas ande­res Ver­gleich­ba­res. Im Sin­ne der Ahnen­for­schung müs­sen sol­che Fak­ten aller­dings mit Quel­len belegt sein. Denn sonst sind sich nicht wei­ter als Behaup­tun­gen, die man berech­tigt anzwei­feln darf.

Bei mei­ner letz­ten Wan­de­rung nach Rothen­bühl im März 2018 hat­te ich das gro­ße Glück, dass ich wäh­rend der Haupt­ver­samm­lung der GHGB (= Genea­lo­gisch-heral­di­schen Gesell­schaft Bern) in der Schau­kä­se­rei von Affol­tern i. E. den Ver­eins­prä­si­den­ten Hans MINDER ken­nen­ler­nen konn­te. Hans MINDER ist Lokal­his­to­ri­ker und Fami­li­en­for­scher, der haupt­säch­lich in der Gemein­de Trach­sel­wald tätig ist. Bei einem per­sön­li­chen Gespräch mit ihm nach der besag­ten Haupt­ver­samm­lung konn­te ich ihm eine Fra­gen stel­len. Dar­un­ter fiel auch die Fra­ge, inwie­weit das angeb­li­che Stamm­haus in Rothen­bühl auch wirk­lich das besag­te Stamm­haus sei. Hans MINDER erklär­te, dass ihm kein schrift­li­ches Beleg­stück bekannt sein, wel­ches das angeb­li­che Stamm­haus als authen­ti­sches dar­stellt. Man muss hier beto­nen, dass die Ant­wort von Hans MINDER eine gewis­se Gewich­tung hat, der einer­seits als Fami­li­en­for­scher der Gemein­de Trach­sel­wald sich sehr gut auf die­sem Gebiet aus­kennt und ande­rer­seits durch die Erstel­lung des Hei­mat­buch von Trach­sel­wald die ein­zel­nen Gehöf­te und Wei­ler sehr gut erforscht hat.

Nicht­des­to­trotz woll­te ich mir auch eine zwei­te Mei­nung ein­ho­len. Als zwei­te Mei­nung woll­te ich die von Ernst ROTHENBÜHLER aus Big­len ger­ne anhö­ren. Ernst ROTHENBÜHLER führt ein gutes, freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis zu der Fami­lie KRON des ange­gli­chen Stamm­hau­ses der Rothen­büh­ler und war bereits diver­se Male loka­ler Rei­se­füh­rer für eini­ge Rothen­pie­ler-Nach­fah­ren gewe­sen.

Da Ernst ROTHENBÜHLER einen tele­fo­ni­schen Fest­netz­ein­trag hat, konn­te ich ihn so am ehes­ten errei­chen, weil er lei­der bei der Haupt­ver­samm­lung des GHGB lei­der nicht anwe­send war, wo er dort eben­falls Mit­glied ist. In den Tele­fon­ge­spräch bestä­tig­te mit Ernst ROTHENBÜHLER eben­falls, dass es kei­ne schrift­li­ches Beleg­stü­cke gibt bzw. dass ihm kei­ne bekannt sei­en.

Veröffentlicht von

Michael Johne

Als Rothenpieler-Nachfahre und Genealoge erforsche ich die Nachkommenschaft des Schweizers Johannes Rothenpieler.

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